Das Universum
Vor allen Anfängen trafen sich die vier Urgewlaten in einer großen Halle, die von einem Meer aus Kerzen erhellt wurde. Die Schatten zwischen dem Licht war Finsternis selbst, die Herrin über alles Verborgene. Der Kerzenschein war Licht, die Herrin allen Sichtbaren. Die große Halle selbst war Dimension, der Herr aller Realitäten und der Augenblick war Zeit, der Herr der Möglichkeiten.
Dies war der Beginn des Universums.
Licht und Finsternis waren Rivalinnen und versuchten, sich ständig zu vertreiben. Wann immer Licht ihre finstere Gegenspielerin vertrieb und die Dunkelheit mit gleißendem Licht erhellte, versank andernorts wieder alles in Finsternis Schatten.
Doch geschah all dies im Reich von Dimension, denn alles Sein war seine Domäne.Er beobachtete diesen ewigen Kampf zwischen den beiden Urgewalten, der niemals gewonnen werden konnte. Seine Zuneigung schenkte er Licht, denn sie war wunderschön und von strahlendem Glanz. Auch Licht liebte Dimension, denn er war die Verkörperung von Größe und Kraft.
Auch Zeit beobachtete den Kampf zwischen Licht und Finsternis. Der Herr der Möglichkeiten wusste, was alles geschehen könnte, doch er war neugierig, welche der Eventualitäten eintreffen mochten. Finsternis faszinierte ihn, denn sie war undurchschaubar und von finsterer Mysterien. Finsternis begehrte auch Zeit, denn er vereinte in sich alles Wissen.
Dimension und Licht vermählten sich und bekamen zwei Kinder, einen Sohn, der Äther genannt wurde und eine Tochter, deren Name Leben war.
Auch Zeit und Finsternis hielten Hochzeit und Finsternis gebar ebenfalls zwei Kinder. Die Tochter hieß Tod, der Name des Sohnes war Chaos.
Die Existenz
Chaos war ein kreativer, rastloser Geist und immer beierig, neues u erschaffen. Er erbaute die Seelenschmiede und begann unablässlich, die verschiedensten Seelen zu kreieren. Jede Seele versah er mit anderen Eigenschaften. Er schmiedete kleine und große Seelen, wütende und ruhige, liebliche und hässliche, mitfühlende und selbstsüchtige. Doch war Chaos nur so lange an seinen Schöpfungen interessiert, solange er sie fertigte. Einmal geschaffen, betrachtete er sein Werk entweder zufrieden oder unzufrieden. Er überlegte, was er beim nächsten mal anders und besser machen würde und warf die Seelen dann achtlos fort. Mit jeder neuen Seele füllte sich neben der Seelenschmiede langsam ein See aus Seelen.
Als Leben den Seelensee sah, hielt sie inne. Sie konnte den Blick nicht mehr von den leuchtenden Seelen abwenden, denn sie hatte noch nie etwas gesehen, dass der Schönheit ihrer Mutter gleichkam. Als sie jedoch sah, wie unbekümmert Chaos mit den Seelen umging, wurde Leben traurig. Sie war ein mitfühlender Geist und so fasste sie den Entschluss, Chaos zur Rede zu stellen.
Sie suchte den Seelenschmied auf, doch dieser war zu sehr auf seine Arbeit konzentriert, als Leben überhaupt zu bemerken. Anstatt sich bemerkbar zu machen, beobachtete sie Chaos dabei, wie er eine Seele erschuf. Sie war von der Leidenschaft der Urgewalt so sehr beeindruckt, dass sie große Bewunderung für sein Werk empfand. Als Chaos fertig war und die Seele zu den anderen werfen wollte, schritt Leben jedoch ein. Sie fing die Seele auf und hielt sie schützend an sich. Chaos war zunächst verärgert, doch als sah, wie sehr Leben seine Schöpfung beschützen wollte, war auch er zutiefst beeindruckt. Er verliebte sich in Leben und sie erwiederte seine Gefühle. Er machte ihr seine Seelen zum Geschenk und fortan schenkte er auch alle weiteren Seelen seiner Geliebten. Leben wurde zur Verkünderin des Schicksals. Sie wies den Seelen den Weg in eine neue Existenz. Sie verband sie miteinander, so dass sie gemeinsame Schicksale teilten. Sie suchte immer die zueinander passenden Seelen heraus, so dass sie eine Existenz in Harmonie und Glück führen konnten.
Von seinem Reich aus betrachtete Äther, wie immer mehr Seelen im Universum wandelten und die ursprünglich lautlose Existenz mit Lärm füllte. Doch Äther war ein geduldiger und ruhiger Geist. Er erschuf ein riesiges Labyrinth aus Licht mit gigantischen Tempeln, weiten Plätzen, perfekt angelegte Bäche, über die weiße Brücken führten. Es gab es Wälder aus kristallenen Säulen und über allen schwebte Äthers Palast. Es war der perfekteste Ort im gesamten Universum, unübertroffen in seiner Symetrie und unerreicht in seiner Ordnung. Er hatte sich ein stilles Paradies erschaffen, das ihn vom Lärm des Universum abschottete.
Die einzige Urgewalt, die ebenfalls wie Äthe alleine lebte, war Tod. Sie war ein melancholischer Geist. Anders als ihr Vater konnte sie nicht alle Möglichkeiten sehen, sondern immer nur das Ende aller Freuden. Sie fing an, die Seelen zu jagen, um ihnen das Glück zu nehmen, denn jede verlorene Seele, erhellte ihr Gemüt! Als Leben dies sah, war sie außer sich vor Bestürzung. Sie konnte es nicht ertragen, wie Harmonie und Glückseligkeit von Tod in Unglück und Freudlosigkeit verwandelt wurde. Tod lies nicht mit sich reden, da sie nach ihrer Natur handelte. Und da sich Lebens Geliebter Chaos nicht um das Schicksal der Seelen kümmerte, konnte sie sich nur noch an ihren Bruder Äther wenden.
Äther verlies zum ersten Mal sein Reich und tauchte in den Krach des Universums ein, um Tod aufzusuchen. Obwohl der Lärm ihm unangenehm war, so wollte er dennoch seiner Schwester helfen und als er Tod fand, machte er ihr einen Vorschlag. Tod solle die Seelen, die sie raubte nicht ziellos und verloren umherwandeln lassen, sondern in sein Reich bringen. So könne Tod weiterhin die Seelen heimsuchen, doch in seinem Reich würden sie nicht weiter ziel- und rastlos umherirren, sondern Ruhe und Zuflucht finden.
Tod willigte ein und brachte fortan die Seelen zu Äther. Jedesmal wartete er schon an den Toren seines Reiches um Tod zu empfangen und sie selbst freute sich immer, ihn dort anzutreffen. Sie verweilte immer länger bei ihm und schon bald wurde aus Freundschaft Liebe. Um bei ihm bleiben zu können, erschuf Tod schließlich den Seelenstrom, einen Fluss, der aus dem Seelensee hinab in Äthers Reich führte. Fortan zog es jede Seele irgendwann hier hin, um für die Ewigkeit zu Ruhen. Äthers Reich wurde fortan der Hain der Seelen genannt und die Urgewalt erschuf die Dämonen, Diener, die sich um die Seelen kümmern sollten.
So bekam die Existenz endlich ihre Ordnung im Universum.
Die Elemente
Aus der Liebe zwischen Chaos und Leben entstanden zwei Söhne, der eine hieß Feuer und der andere Erde. Äther und Tod bekamen zwei Töchter, deren Namen Wasser und Luft waren.
Dies waren die Urgewalten der Elemente.
Jeder der Elemente war bestrebt, so wie schon ihre Eltern und Großeltern, eine Aufgabe zu haben in der kosmischen Ordnung, doch sie hatten so unterschiedliche Wesenszüge, dass sie sich niemals einig wurden. Jeder von ihnen wollte den anderen übertreffen und die Arbeit des anderen zunichte machen. Erde erschuf ein riesiges massives Reich. Seine Substanz war fest und grob und er hielt sich für unzerstörbar. Doch zeigte sein Bruder Feuer ihm, welche Macht er hatte. Er wütete in Erdes Reich, brannte und verglühte die Felsen und die Steine, bis alles ein wabernder, geschmolzener und brodelnder Ozean geworden war. Wasser jedoch wollte selbst nicht hinten anstehen und ergoss sich über Erde und Feuer. Es zischte und Dampfte, die miteinander ringenden Brüder wurden voneinander losgerissen und während Wasser versuchte, Erde unter sich zu ertränken, begann Feuer, Wasser zu verdampfen. Auch Luft stritt in diesem Konflikt und brachte alles zum Tosen und Stürmen. Wasser wurde aufgepeitscht, Teile von Erdes Reich wieder freigelegt. Dort, wo Feuer erneut brennen konnte, verwandelte Luft alles in einen Feuersturm. Schließlich barsten die Elemente auseinander und nichts kam mehr zur Ruhe. Doch die Urgewalten konnten nicht mehr voneinander ablassen, denn keiner von ihnen wollte aufgeben. Gleichzeitig waren sie jedoch alle gleichmächtig und so konnte keiner von ihnen gewinnen. Keiner von ihnen konnte seinen Platz im Universum beanspruchen.
Das Gleichgewicht
Der Zustand wurde auch für die Urgewalten der Existenz und den Urgewalten des Universums untragbar und so hielten sie einen Rat, bei dem jede Urgewalt der Elemente vorsprechen sollte. Es war unmöglich, unter den Urgewalten eine Einigung zu erzielen also wurde beschlossen, eine letzte, dreizehnte Urgewalt gemeinsam zu erschaffen. Sie sollte das Wesen von Dimension, Zeit, Finsternis und Licht, von Chaos, Äther, Leben und Tod sowie von Feuer, Wasser Luft und Erde in sich vereinigen, ohne aber deren Mächte direkt zu nutzen. Vielmehr sollte er ein Beobachter und Schlichter werden, der die Ordnung bewahren konnte. So wurde Gleichgewicht erschaffen.
Die dreizehnte Urgewalt überdachte die Situation sorgfältig und nachdem alle Möglichkeiten genau abgewogen waren, traf Gleichgewicht eine Entscheidung.
Zunächst einmal befahl er den Elementen, eine ausgewählte Stelle der wirbelnden und brennenden Welt, die sie in ihrem Kampf erschaffen hatten, fortan zu verschonen. Die Elemente waren einverstanden und schnell entstand eine kleine Insel, die zwar von Stürmen, tosenden Fluten und schwelenden Bränden umringt war, jedoch nicht versehrt wurde.
Als nächstes wies Gleichgewicht Chaos an, eintausend neue Seelen zu erschaffen, die allen bisherigen Seelen bei weitem überlegen sein sollten. Sie sollten außerdem die Macht haben, dem Sog des Seelenstroms zu widerstehen und die materielle Welt der Elemente zu betreten. Der Seelenschmied willigte ein, denn er hatte noch nie etwas vergleichbares geschaffen und begann sofort mit seiner Arbeit.
Nun suchte Gleichgewicht Äther auf und bat diesen im Hain der Seelen einen neuen Palast zu erbauen, der ein weiteres Tor zurück in die materielle Welt besitzt. Äther erfüllte den Wunsch von Gleichgewicht und erbaute den Palast.
Als letztes sprach Gleichgewicht mit Leben und Tod. Leben sollte den eintausend mächtigen Seelen ein gemeinsames Schicksal zu geben, während Tod diese Seelen nicht daran hindern sollte, dem Seelenstrom entkommen zu können. Beide fügten sich Gleichgewichts Richterspruch.
Nun war der Moment für die Geburt der eintausend Seelen gekommen. Sie sollten das Gleichgewich der Kräfte wieder herzustellen.
Super, endlich ein interessanter Post, mein Dank. Muss man sich nochmal in Ruhe durchlesen. Generell finde ich den Blog gut zu lesen.